Die Traumpfädchen stehen in den Startlöchern

Mit Premium-Spazierwanderwegen den Nerv der Zeit treffen – REMET hat wieder Vorreiterfunktion.


Die beliebten und erfolgreichen Traumpfade bekommen „Nachwuchs“: Am 10. September gehen die „Traumpfädchen“ im Landkreis Mayen-Koblenz an den Start. Als sogenannte Premium-Spazierwanderwege sind sie kurz und weniger anstrengend, unterliegen aber wie die Premiumwanderwege einem hohen Standard. In Bendorf im Schloss Sayn wurden Traumpfädchen-Konzept und die ersten sechs Spazierwanderwege von der Rhein-Mosel-Eifel-Touristik (REMET) und dem Deutschen Wanderinstitut jetzt vorgestellt. „Es kommt etwas Tolles auf uns zu“, sagte Landrat und REMET-Verbandsvorsteher Dr. Alexander Saftig. Neue Zielgruppen sollen mit dem Projekt erschlossen werden.

Was sind die Traumpfädchen?

Es sind Premium-Spazierwanderwege, die nur zwischen drei und sieben Kilometer lang sind. Von den Qualitätsanforderungen her ähneln sie den Premiumwanderwegen und werden auch durch das Deutsche Wanderinstitut zertifiziert. Die Anstiege fallen weniger steil und lang aus. „Erlebnischarakter und Genuss stehen im Vordergrund“, so Jochen Becker vom Deutschen Wanderinstitut. Das heißt: Die Erlebnismomente folgen auf kleinerem Raum dichter aufeinander; Rast-Angebote und Gastronomie am Weg sind ganz wichtig. „Wie bei den Traumpfaden gibt es ein Ensemble mehrerer Wege mit eigenständigem Wegenamen unter einer gemeinsamen Marke“, sagte Becker zum Begriff „Traumpfädchen“. Landrat Dr. Saftig: „Unser Traumpfade-Projekt wird mit den Traumpfädchen fortgeführt und abgerundet.“

Warum Spazierwanderwege?

„Was Spazierfrequenz und Anzahl der Spaziergänger betrifft, liegt Spazieren in der Gunst der Menschen deutlich vor dem Wandern“, führte Becker aus. Die Deutschen legten dreimal so viele Spazier- wie Wander-Kilometer zurück – mit steigender Tendenz. „63 Prozent der Bevölkerung gehen wanderähnlich spazieren.“ Wanderer seien dabei die eifrigsten Spaziergänger. „99 Prozent der Wanderer gehen spazieren“, so Wanderexperte Becker. Weiterer wichtiger Wert: Spaziergänger in Wald und Flur sind im Schnitt zwei Stunden unterwegs und legen um die fünf Kilometer, aber nicht mehr als sieben Kilometer zurück. Nach diesen Erkenntnissen wurden die Premium-Spazierwanderwege vom Deutschen Wanderinstitut entwickelt, von denen es erst ganz wenige in Deutschland gibt. Mit ihrem Traumpfädchen-Projekt hat die REMET – wie mit dem Startschuss zu den Traumpfaden vor zehn Jahren – bei diesem Trend wieder eindeutig Vorreiter-Funktion und damit einen großen Wettbewerbsvorteil.

Welche Zielgruppen werden neu erschlossen?

Mit dem Traumpfädchen-Projekt verfolgt die REMET die Absicht, neue Zielgruppen anzusprechen. Zum einen sind das Wanderer, so etwa Mehrtagesgäste, die sich für An- und Abreisetag eine kurze Wanderung wünschen. Aber auch bisherige Nichtwanderer, denen die Traumpfade zu lang oder zu beschwerlich sind, werden mit den Traumpfädchen angesprochen. Die Premium-Spazierwanderwege tragen auch dem demografischen Wandel Rechnung: Kürzer und weniger steil sind sie gerade auch für ältere Menschen geeignet. Landrat Dr. Saftig: „Die Menschen, auch Jüngere, werden mit den Traumpfädchen an das Thema Wandern herangeführt.“ Auch Betriebsausflüge sind hier leicht machbar. Aber: „Die Spazier-Wanderwege sind ganz klar Kurzwanderungen“, betonte Jochen Becker, „also keine Touren, die tauglich für Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen sind.“

Welchen Stellenwert hat der Genuss?

Auch wenn schon mal gewisse Anstiege zu nehmen sind, insgesamt kann man auf den Traumpfädchen „viel genussvoller gehen“, so Wanderexperte Becker. „Es ist hier möglich, viel zu rasten und zu genießen.“ Zum einen hat man durch die Kürze der Spazierwanderung mehr Zeit zur Verfügung. Zum anderen verfügen die Traumpfädchen über mehr Rast-Angebote, also Sitzbänke und Waldliegen. Und, ganz wichtig: Die Gastronomie ist an den Wegen stark eingebunden. „Auf den Spazier-Wanderwegen dominiert das Genussprinzip und damit müssen Einkehrmöglichkeiten vorhanden sein“, so REMET-Geschäftsführer Henning Schröder.

Wie werden die Traumpfädchen finanziert?

Die Gesamtkosten für die elf Traumpfädchen, die in zwei Phasen 2017 und 2018 umgesetzt werden, werden mit circa 230.000 Euro brutto veranschlagt. Es gibt 50 Prozent Förderung durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein; die anderen 50 Prozent werden durch die am Traumpfädchen-Projekt beteiligten Kommunen getragen. „Der Kostenrahmen wird eingehalten, vermutlich sogar unterschritten“, konnte Schröder berichten. Eine Förderung durch das EU-Programm LEADER wurde in Aussicht gestellt. „Im besten Falle können wir hier auf 60.000 Euro hoffen“, so der stellvertretende REMET-Geschäftsführer Michael Schwippert. Das bedeutet, dass auch der Anteil der Verbandsgemeinden und Städte am Projekt dementsprechend niedriger ausfällt.


Traumpfade Bildergalerie – zum Wandern verführen

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Sicherheitshinweise – Sicheres Wandern auf den Traumpfaden

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